Die Kultur und Geschichte der Rureifel verbirgt sich nicht nur hinter steinernen Denkmälern und historischen Dokumenten. Spüren Sie ihr nach in Legenden, in sprechenden Ortsnamen, in den von Ort zu Ort wechselnden Dialekten und in der Landschaft, die bei aller Schönheit auch Narben der Vergangenheit
trägt. Hier ist Geschichte lebendig.
Wälder, Ruhe und reine Luft prägen das Bild der Rureifel. Schwer vorstellbar, dass im späten Mittelalter beißender Holzkohlenqualm die Lungen ätzte und der Lärm von Hammerwerken durch die Täler schallte. Lebendig wird die Blütezeit der Eifeler Eisenindustrie in der Kalltaler Köhlerei, zu der Sie der Historische Wanderweg in Simonskall führt.
Holzreichtum und weiches Wasser ließ ab dem 16. Jahrhundert auch die Papierindustrie zwischen Obermaubach und Jülich heimisch werden. Zum Hochwasserschutz, zur Sicherung der Energieerzeugung sowie zur Trinkwasser- und Industrieversorgung entstand Anfang des 20. Jahrhunderts ein System von Stauseen, mit dem Rursee als zweitgrößter Talsperre Deutschlands. Architektonisch wie wasserbautechnisch einen Besuch wert ist das 1904 gebaute Jugendstil-Wasserkraftwerk am Heimbacher Stausee. Seinerzeit das größte Speicherkraftwerk der Welt und heute noch Stromerzeuger für knapp 8.000 Haushalte.
So idyllisch die zahlreichen Burgen des Rurtals heute anmuten, zeugen sie doch von einer wenig idyllischen Geschichte. Gar nicht friedliebend zeigten sich beispielsweise die Grafen von Jülich, die auf der Burg Nideggen residierten. Sie machten die Rureifel zu einer Arena von Machtkämpfen mit den Kölner Erzbischöfen. Nur ein Kapitel in der langen Geschichte kriegerischer Auseinandersetzungen, die mit den römischen Militärs begann, sich im Frankenreich fortsetzte und im Zweiten Weltkrieg ihren grauenvollen Höhepunkt erfuhr. Mit unsäglichen Verlusten auf beiden Seiten überwand 1944 die US-Armee die Eifelhöhen rund um Hürtgenwald. In der „Allerseelenschlacht” verloren mehr amerikanische Soldaten ihr Leben als im gesamten Vietnamkrieg. Das Friedensmuseum in Vossenack, der Pfad des Gedenkens, die Soldatenfriedhöfe in Hürtgen, Vossenack und Mariawald dokumentieren diese schwärzesten Stunden der Eifel.